KI und Klimawandel

Bio_Logisch_oder_was

Sehr bekanntes Mitglied
Grüß Euch,

mich wundert es eigentlich - in der öfftl. Diskussion zu KI überall ist viel von verschiedensten Chancen und Risiken die Rede - aber ich für mein Teil habe da bisher noch rel. wenig mitgekriegt, dass und wie diese Technologie im Kontext von Umwelt- und Klimaschutz eingesetzt wird. Ich befasse mich auch nur so mittelintensiv damit, bin grundsätzlich eher im Lager der Warner - aber beschäftigen muss man sich mit so was schon. Beruflich komm ich ja nicht drumrum, dazu hab ich noch viel zu lang bis zur Rente und generell ist es immer besser, informiert zu sein.
Würde mich interessieren, was es da von Eurer Seite gibt - wird so was eingesetzt, wo und wie?
 

EmmiB

Aktives Mitglied
Boa ich glaube das ist einerseits breit einsetzbar, frage dabei ist für mich immer, geht es dann dabei nur irgendwas schnell mit KI auszustatten oder bringt es wirklich einen Mehrwert?
KI hilft einem wohl die ganzen Vorgänge zu analysieren, retten wird es uns in dem Bereich wohl eher nicht. Mit einer KI fallen wohl viele Berechnungen einfacher aus und man bekommt noch mehr Daten oder Lösungen gezeigt. Machen müssen es aber dann dennoch die Menschen und genau daran scheitert es ja jetzt auch ohne KI.
Ich könnte mir z.B. vorstellen, dass ich mit einer KI schnell mal alle Dachflächen einer Stadt/Dorf analysieren kann und es mir anzeigt wo PV Module sinn machen und wo nicht.
 

Bio_Logisch_oder_was

Sehr bekanntes Mitglied
KI könnte vieleicht neue Möglichkeiten aufzeigen, an die man bisher noch nicht gedacht hat - wie Unternehmen auf neuartige Weise ihre Emissionen senken können oder wie wir aktiv CO2 aus der Atmosphäre rauskriegen oder wie wir die Temperaturen global runterkriegen oder wie wir das Wetter wieder stabilisieren können, damit wir nicht im April schon die ersten Dürren haben (jetzt grad in Griechenland und auf zahlreichen Inseln, wo durch die vielen Touristen der Wasserverbrauch nach oben geschossen ist) ..
Anwendungsfälle gäbe es schon genug. Bald genug werden KI-Lösungen nicht nur in der Lage sein, sich Sachen auszudenken, sondern auch sie umzusetzen - es gibt ja schon halb-intelligente Roboter und wenn die mit KI ausgestattet werden - da kommt noch einiges auf uns zu. Beunruhigend daran ist, dass es halt immer sehr viel schneller geht, etwas kaputtzumachen als es aufzubauen ...
 

Bio_Logisch_oder_was

Sehr bekanntes Mitglied
Zumindest dieser "Ocean cleanup" nutzt wohl KI-Tools, da hatte ich nachgefragt, aber eben nur zu Recherche- und Forschungs-Zwecken, nicht um effektiv physisch etwas zu tun. Das wird noch kommen - im Recycling-Wesen könnten solche mit KI ausgestattete Roboter schon einen Unterschied machen und dafür sorgen, dass von unserem sauber getrennten Müll mal mehr als die Hälfte recycelt wird bzw. dass in anderen Ländern mal überhaupt getrennt wird - da hätten die den Vorteil, die langen mit den Händen in alles rein, ohne sich was zu denken und könnten ohne Hangover 24/7 durchmachen .
 

Bio_Logisch_oder_was

Sehr bekanntes Mitglied
Das ist doch mal ein sinnvoller Anwendungsfall: Regenwald-Aufforstung
Gut, zwei Fußballfelder ist momentan nur ein Bruchteil dessen, was immer noch Tag für Tag abgeholzt wird, aber wenn es funktioniert, kann man ja mehr davon bauen. Man muss halt aufpassen, dass die großen Firmen das nicht als Legitimation interpretieren können. Aber naja, etwas Optimismus gehört dazu.
Die Idee ist gut - mit solchen Robotern könnten auch ganz kleine Flächen aufgeforstet werden, wo es sich normal nicht wirklich rechnen würde.
 

EmmiB

Aktives Mitglied
Naja KI ist jetzt kein Wundermittel. Vielleicht zeigt es einiges an, was gehen würde. Aber man braucht ja auch die Technologie um das umzusetzen. Mal ganz abgesehen vom Geld oder dem Willen.
Für mich ist KI wieder so ein Buzzword um alles Mögliche zu versprechen. Hinterher wird viel weniger dabei rauskommen als man sich das erträumt.
Lösungen gibts ja im Grunde schon genug, jetzt kommt dann eine KI und schlägt wieder etwas vor. Wie schon gesagt, ich glaube an den Ideen scheitert es nicht. Also warum sollte man dann die Idee der KI umsetzen wenn man schon andere Lösungen von Wissenschaftlern hat?
Ja bei den Wäldern habe ich es auch schon gehört. Aber vor allem bei Bränden werden ja Drohnen angewendet. Die schauen dann ob es irgendwo Rauchentwicklung gibt und melden das dann.
 

Bio_Logisch_oder_was

Sehr bekanntes Mitglied
Auf Global Plastics Treaty: Why Legacy Plastic Cleanup Is Essential | Updates | The Ocean Cleanup sieht man, ziemlich weit unten, wie KI bspw. bei diesem Projekt eingesetzt wird - wie Du sagst, eigtl. nur um Infos zu generieren, aber das geht halt wesentlich schneller als anders - die KI lässt sich nie ablenken, macht nie Pause, kann 24/7 ihre Arbeit machen. Wenn die mit Robotern generiert wird - für dieses Projekt und vieles andere wäre das eine echte Chance, auch im Dienst des Klimaschutzes. Ein KI-Roboter könnte bspw. zu vertretbaren Kosten die ganzen kleineren Flächen zwischen Autobahnen, an Ausfahrten und so oder an Bahngleisen entlang, aufforsten oder sonstwas.
Es hat halt zwei Seiten, der Knackpunkt ist wohl hpts. der Unterschied zwischen spezialisierter KI und der "allgemeinen KI/ AGI" ...
 

EmmiB

Aktives Mitglied
Einsatzgebiete sehe ich auch viele, aber auch da ist die Frage, wer soll das Zahlen.
Angenommen ich setze jetzt KI gesteuerte Schiffe auf den Ozeanen ein um dort Müll zu sammeln. Wer finanziert das? Da muss am Ende irgendwas für einen Investor rausschauen sonst zahlt dir das keiner und du bist auf Spenden angewiesen. Solche Schiffe werden sicher nicht billig sein.

Was ist der Unterschied zwischen KI und "allgemeiner KI/AGI"?
Ich kenne nur den Unterschied zwischen KI und machine learning.
 

Bio_Logisch_oder_was

Sehr bekanntes Mitglied
Einsatzgebiete sehe ich auch viele, aber auch da ist die Frage, wer soll das Zahlen.
Angenommen ich setze jetzt KI gesteuerte Schiffe auf den Ozeanen ein um dort Müll zu sammeln. Wer finanziert das? Da muss am Ende irgendwas für einen Investor rausschauen sonst zahlt dir das keiner und du bist auf Spenden angewiesen. Solche Schiffe werden sicher nicht billig sein.

Was ist der Unterschied zwischen KI und "allgemeiner KI/AGI"?
Ich kenne nur den Unterschied zwischen KI und machine learning.
Naja, irgendwer setzt ja bspw. jetzt schon Schiffe ein, um Müll zu sammeln - hpts. meines Wissens dieser "Ocean cleanup". Die sind jetzt auch auf Spenden angewiesen, aber der Einsatz von KI macht das halt sehr viel effizienter und damit kostengünstiger.
Der Unterschied ist, aktuell haben wir nur die "spezifische KI", immer für einen best. Zweck - wobei ChatGPT ja schon ziemlich generell ist, aber halt auf die Ausgabe von Text limitiert. Die vieldiskutierte "AGI" oder allgemeine KI ist halt dann eine, die wirklich alles tun kann - Text ausgeben, Bilder, Videos und effektiv Dinge tun. Da wird's dann auch nicht ganz ohne, die zu kontrollieren ...
 

Bio_Logisch_oder_was

Sehr bekanntes Mitglied
Ein sehr sinnvoller Anwendungsbereich für KI wär sicherlich das Stromnetz, darüber wird ja schon ewig diskutiert. So ein "smart grid" wär eine Sache, wo einzelne Leute Strom erzeugen und bei Bedarf oder wenn sie Überschuss haben einspeisen und wo private Speicher genutzt werden, um Spitzen im Netz auszugleichen, so müssten vieleicht keine Solarkraftwerke abgeregelt werden und ähnliches. Ideal wären dazu halt E-Autos, die bidirektional laden können. Die Option haben wir uns jetzt selbst vermasselt, indem wir den Absatz von E-Autos ja mehr oder weniger abgewürgt haben. Also müssen halt die großen Stromkonzerne Speicher bauen - wenn sie denn dürfen, da war doch so was mit RWE ...
Hab heut im Radio gehört, dass weltweit inzwischen ungefähr 1/3 des Strombedarfs aus EE kommt. Das ist doch was.
 

EmmiB

Aktives Mitglied
Naja, irgendwer setzt ja bspw. jetzt schon Schiffe ein, um Müll zu sammeln - hpts. meines Wissens dieser "Ocean cleanup". Die sind jetzt auch auf Spenden angewiesen, aber der Einsatz von KI macht das halt sehr viel effizienter und damit kostengünstiger.
Ja und deshalb ist es immer noch ein Tropfen auf den heißen Stein. Diese Schiffe können gar nicht schnell genug den Müll aus dem Ozean holen wie er wieder hineingekippt wird. Im Grunde sind das ja alles Forschungen und einige wenige Idealisten, die mit Hilfe von Spenden/Investitionen von anderen Menschen/Unternehmen (die sich dadurch ihr Image verbessern wollen) ein bissl was tun.
So wird das nicht funktionieren, zumindest nicht in einem Ausmaß, dass es letztlich wirklich etwas bringt.
Hab heut im Radio gehört, dass weltweit inzwischen ungefähr 1/3 des Strombedarfs aus EE kommt. Das ist doch was.
Ja nur da wäre ich vorsichtig. Da gibts so viele Unterscheidungen, da blicke ich auch nicht immer durch. Die ganzen Statistiken sind super nur heißen sie dann im Endeffekt was ganz anderes.
1/3 des Strombedarfs bezieht sich dann nur auf Privatkunden und die Industrie ist außen vor, wird nicht in der Statistik aufgenommen. Dann geht es auch darum ob es über das ganze Jahr gesehen ist oder nur wenn die Konditionen dafür günstig sind (Sommer, Wind, Wellen,...).
Also es ist recht leicht 1/3 des benötigten Stroms für Privatkunden im Mai zu erzeugen. Aber letztlich ist das 1/3 dann nur 10% des benötigten Stroms.
 

Bio_Logisch_oder_was

Sehr bekanntes Mitglied
Ja und deshalb ist es immer noch ein Tropfen auf den heißen Stein. Diese Schiffe können gar nicht schnell genug den Müll aus dem Ozean holen wie er wieder hineingekippt wird. Im Grunde sind das ja alles Forschungen und einige wenige Idealisten, die mit Hilfe von Spenden/Investitionen von anderen Menschen/Unternehmen (die sich dadurch ihr Image verbessern wollen) ein bissl was tun.
So wird das nicht funktionieren, zumindest nicht in einem Ausmaß, dass es letztlich wirklich etwas bringt.
Naja, dieser "Ocean Cleanup" verfolgt ja eine Doppel-Strategie im Ozean und in den Flüssen - sie haben halt erforscht, wieviele Flüsse für den großteil des Plastiks verantwortlich sind - ich glaube, da gibt es ca. 1000, die 80% des Plastiks transportieren, das geht freilich nicht von eben auf nun - dass das nicht die einzige Lösung sein kann, ist klar. Aber bislang das beste, was irgendwem zu dem Thema eingefallen ist ...
Wieviel die EE jetzt schon effektiv ausmachen, ist ja letztendlich egal. Jeder sollte sein Scherflein dazu beitragen. Es gibt nach wie vor sehr sehr viele Industriedächer in Dtl. ohne Solarpaneele. Da ist noch viel Potential ...
 

EmmiB

Aktives Mitglied
Wieviel die EE jetzt schon effektiv ausmachen, ist ja letztendlich egal. Jeder sollte sein Scherflein dazu beitragen. Es gibt nach wie vor sehr sehr viele Industriedächer in Dtl. ohne Solarpaneele. Da ist noch viel Potential ...
Ja das schon nur suggeriert man damit, es wird eh schon genug getan. genau deshalb stehen dann noch die ganzen Dächer ohne PV Anlage rum.
ABER ich glaube es geht auch gar nicht mehr weil eben die Netze nicht mitmachen. Sicher nicht so, dass da jetzt alles voll mit PV wäre aber doch ein gewisses Maß.
Aber gerade bei der Industrie würde es eh nicht darum gehen einzuspeichern, da verbraucht man den Strom ja eh selbst. Und wenn man dann eben nur 10% einspart, ist es ja auch schon was. Ich gehöre auch nicht zu den Menschen, die glauben man muss gleich überall 100% decken können. Da hilft jede eingesparte Kilowattstunde weiter.
 

Bio_Logisch_oder_was

Sehr bekanntes Mitglied
Ja das schon nur suggeriert man damit, es wird eh schon genug getan. genau deshalb stehen dann noch die ganzen Dächer ohne PV Anlage rum.
ABER ich glaube es geht auch gar nicht mehr weil eben die Netze nicht mitmachen. Sicher nicht so, dass da jetzt alles voll mit PV wäre aber doch ein gewisses Maß.
Aber gerade bei der Industrie würde es eh nicht darum gehen einzuspeichern, da verbraucht man den Strom ja eh selbst. Und wenn man dann eben nur 10% einspart, ist es ja auch schon was. Ich gehöre auch nicht zu den Menschen, die glauben man muss gleich überall 100% decken können. Da hilft jede eingesparte Kilowattstunde weiter.
Eben! Und ja, natürlich sind die Netze bei uns ein Problem - deshalb find ich den neuen Vorstoß von ?irgendeienm Ministerpräsidenten? auch sehr sinnvoll, man solle doch wieder über oberirdische Stromtrassen nachdenken, die ganz deutlich günstiger wären und für die man wesentlich weniger Fläche kaputtbaggern müsste ... wenn sich da nicht wieder so viele an der Optik stören würden, bei uns muss ja alles perfekt sein ... man muss nur mal in irgendeinen anderen Teil der Welt schauen, um zu sehen, was alles eigentlich nicht sein muss ... so könnte man vieleicht auch die Sparvorgaben des Herrn Lindner mit dem neuen Klima-Urteil (bzw. den Kosten, die dieses nach sich ziehen wird) und anderem in Einklang bringen?
 

EmmiB

Aktives Mitglied
Ich denke nicht, dass es diese Trassen für die breite Masse benötigt. Vielmehr müsste man kleine Energiegemeinschaften gründen. Aber da werden die Energieerzeuger natürlich nicht mitspielen. Man braucht ja nicht zu jedem Dorf eine Hochspannungsleitung. Einige Orte können sich bestimmt auch (teilweise) gut selbstversorgen. Großen Speicher für das ganze Dorf kaufen, PV Anlagen auf das Dach aber wo es Sinn ergibt und als Gemeinschaft, nix privat. Strom wird untereinander verteilt. Der Kindergarten und die Schule braucht die Energie am Vormittag, am Nachmittag brauchen es die Haushalte,...
Sicher wird es dann immer noch Energie von außen benötigen aber nicht mehr in der Dimension, die Hochspannungstrassen rechtfertigen würde.
 

Bio_Logisch_oder_was

Sehr bekanntes Mitglied
Die lokale Stromerzeugung, so wie sie in einigen Kommunen schon praktiziert wird, ist sicherlich die bessere Alternative, wo immer das möglich ist. Da ist freilich noch viel Potential. Es sind einfach keine offiziellen strukturen für so was da - in den meisten Fällen ist so was ja auf irgendwelchen privaten Initiativen gewachsen. Das muss einfach noch viel mehr werden.
 

EmmiB

Aktives Mitglied
Da ist halt nur die Frage wie weit die Stromerzeuger mitspielen. Von mir aus kann man ihnen ja etwas bezahlen für die Nutzung "ihrer" Infrastruktur. Aber im Grunde wird man dann zumindest selbst für die Erhaltung/Ausbau der Stromnetze zuständig sein.
Dann braucht es auch noch rechtliche/steuerliche Änderungen. Sonst wird man schnell zu einem eigenen Stromanbieter/Erzeuger.
Die ganzen Hürden, die da aufkommen dürften eher für Einzelpersonen nicht zu stemmen sein. Das müssten dann schon Energiegemeinschaften sein, bei denen sich jemand auskennt. Da dürfte es dann auf die Gemeinden hinauslaufen. Ob die Zeit und Lust darauf haben?
 

Bio_Logisch_oder_was

Sehr bekanntes Mitglied
Ganz meine Meinung - solche lokalen Initiativen sind in unserem Staatswesen bislang einfach nicht vorgesehen und daher viel zu aufwendig umzusetzen. Bis vor kurzem war es ja noch so, dass Privatleute durch die Installation einer PV-Anlage steuerlich plötzlich zu Unternehmen mutiert sind ... immerhin, hier wurde schon nachgebessert. Auch das mit Balkonkraftwerken ist ja jetzt schon deutlich einfacher. Es wird schon - die Frage ist nur immer, ob es schnell genug wird ...
 

Bio_Logisch_oder_was

Sehr bekanntes Mitglied
Für diese KI-gesteuerten Roboterhunde, die es jetzt schon gibt - im Militär und bei der Bahn - gäbe es sicherlich zahlreiche Einsatzmöglichkeiten - Abfall am Straßenrand oder am Strand aufsammeln - geht natürlich langsam, aber dafür kann der 24/7 rumlaufen. Oder die Solarpaneele in diesen Wüstengegenden immer abstauben oder ... alles, was einfach immer wieder gemacht werden muss.
 
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