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Zurück zu alten Methoden

Dieses Thema im Forum "Pflanzenschutz, Flora + Garten" wurde erstellt von denkmalnach, 6 Dezember 2013.

  1. denkmalnach

    denkmalnach Neues Mitglied

    In den Medien werden immer wieder die biologisch-ökoligisch geführten landwirtschaftlichen Betriebe als Innovationen und neue Ideen verkauft. Doch wenn man sich das Ganze mal genau betrachtet, so ist es doch im weitesten Sinne nichts anderes als eine Rückbesinnung auf altes Wissen und Verfahrensweisen. Vor der Industriealisierung der Landwirtschaft haben Tiere auch auf der Weide gegrast und im Stall auf Stroh gestanden. Ackerpflanzen wurden mit Mist gedüngt, bevor es chemische Dünger gab. Obst und Gemüsegärten wurden mit Hecken für Insektenjäger und Hochsitzstangen für Raubvögel zur Nagerbekämpfung ausgestattet. Man wusste um das nützliche Zusammenspiel der Natur und hat es sich zu Nutze gemacht. Und es hat auch damals, oh welch Wunder funktioniert. Was sich geändert hat, ist nicht die Natur, sondern der Umgang des Menschen mit der Natur. Hat früher der Mensch die Natur respektiert, weil er wusste, dass er nur dann von ihr leben kann, wenn er sie pfleglich behandelt, so hat der Mensch heute jeglichen respekt verloren, denn in einem hektischen globalen Markt hat die Natur nur einen maginalen Stellenwert. Heute wird chemisch erzwungen, was auf natürlichem Wege unmöglich wäre. Nur eine konsequente Umkehr zu vielen der alten Werte würde auf lange Sicht zu einer Gesundung dieses mehr als kranken Systems führen. Doch viele, die so denken wie ich, scheitern genau wie ich bei der Umsetzung, weil man heute schon so viel Geld braucht, um überhaupt mal den ersten Schritt machen zu können. Eine Stiftung, die Neugründungen in diese Richtung finanziell unterstützt, hab ich noch nicht gefunden. Naja, wer weiß was die Zeit noch bringt, aber sie sollte sich beeilen, denn ich glaube nicht, das wir noch sehr lange auf dem Weg, den wir im Moment gehen, weitergehen können.
     


  2. mopac

    mopac Mitglied

    An den alten Methoden war nichts schlecht. Es werden häufiger alte Sachen die in Vergessenheit geraten sind als Neuheit verkauft. Früh oder später wird man einsehen müssen das bei der ein oder anderen Sache einfach ein Hausmittel oder alte Praktik mehr Hilft als eine Technologie oder neuartige Pille. Lange geht der jetzige Weg einfach nicht gut.
     
  3. Regenwurm

    Regenwurm Neues Mitglied

    Da stimme ich euch zu. Ein gutes Beispiel für "tolle Erneuerungen" ist das sterile Herstellen von Käse...
    Es war nicht mehr zulässig (laut EU erfüllte es nicht mehr die Hygiene-Standards) Holzbottiche zur Käseherstellung zu benutzen. Diese mussten durch Edelstahlgefäße ersetzt werden, die jedesmal sterilisiert wurden. Überhaupt wurde viel mehr Wert auf Sterilität gelegt. Mit fatalen Folgen: Die Löcher, die sonst den schweizerischen Käse auszeichneten, blieben aus.
    Es stellte sich heraus, dass der Staub, der im Stall und in der Käserei herumflog, nötig war, damit die Löcher entstehen können. Und auch die Bakterienflora im Holzbottich war gut und förderte/schützte die Rohmilch/den Käse.:dispirited:

    Und das schlimme: Anstatt zur alten "Käserei-Kunst" zurückzukehren, versuchen schweizerische Wissenschaftler die exakte Staubzusammensetzung herauszufinden, um DEN perfekten Käse herzustellen...:rolleyes:
     
  4. Moorblume

    Moorblume Neues Mitglied

    Das Problem ist nicht das Vergessen, sondern die Übermacht der Agrarlobby und der Konzerne, die sie vertritt.
    Ich habe letztens einen Bericht gesehen, wo Kleinbauern in verschiedenen europäischen Ländern regional angepasste Pflanzen züchteten. Diese waren robuster als die EU-Normpflanzen, benötigten weniger Pestizide und Dünger, weil sie ganz speziell auf ihren Standort gezüchtet worden waren. Doch bevor diese Pflanzen als Saatgut verkauft werden durften, mussten sie einige EU-Tests bestehen. Doch leider waren diese Tests so angelegt, dass die Planzen auf ganz andere Lokalitäten geprüft wurden (z.B. eine Pflanze speziell für den Boden und das Klima Norddeutschlands angepasst, wächst in Südfrankreich wesentlich schlechter) und so fielen sie allesamt durch.
    Diese Übernormierung von Lebensmitteln, die verhindert, dass z.B. gutes, wenn auch krummes Gemüse auf den Markt kommt und kleine Betriebe sich durch eigene Züchtungen von den großen Saatgut-Konzernen unabhängig machen, muss endlich abgeschafft werden.
     
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