Erfahrungen mit Elektroauto/ PHEV - Blog of sorts ;-)

Hier kommt jetzt die erste (oder eigtl. zweite) folge meines Forums-Blogs zu meinen Erfahrungen mit meinem ersten Elektroauto bzw. PHEV (der erste Anfang ist im Thread "Elektroautos als Gebrauchtwagen ..." drin)
(mehr Details gibt es sicherlich in dem einschlägigen Forum, aber ich hab festgestellt, dass da hpts. die Fahrer reiner E-Autos (BEV) unterwegs sind und die Hybriden (PHEV) nicht so sehr beliebt sind (in diesem Forum). Als Firmenwagen haben die ja auch ein eher mäßiges Image, weil sie halt als solche oftmals überhaupt nicht extern geladen werden, wodurch das Sparpotential natürlich komplett flöten geht.)
Gebrauchtwagen ist unserer nicht, wir haben ihn neu gekauft. Zwar schon ein Auslaufmodell, aber ein brandneues Auto.
Nach meinen ersten Recherchen vor insgesamt vieleicht einem halben Jahr (unser alter VW Touran hatte endgültig den Geist aufgegeben) hatte ich mich aus preislichen Gründen auf den Hyundai Tucson eingeschossen, der allerdings noch nicht da war - sollte dieses Frühjahr kommen. Von denen, die es schon gab, hab ich keinen gefunden, der für uns fünf groß genug gewesen wäre, mit genug Kofferraum und bezahlbar - über 30.000 war ich zu gehen bereit, aber nicht über 40.000.
Nach einiger Zeit hab ich dann in die Überlegung noch den Mitsubishi Outlander aufgenommen. Letztendlich ist die Entscheidung für den gefallen, der andere ist u.a. aus dem simplen Grund ausgeschieden, dass es noch dauert, bis der effektiv in den Handel kommt, es gibt bisher nur Vorführfahrzeuge. Das Paket mit Standheizung etc. haben wir dazugenommen - ist doch recht praktisch, wenn man noch am Netz heizen kann und dann bei der Fahrt nicht mehr von der Fahrbatterie zehren muss, um den Innenraum anzuwärmen.
Nachdem sich das ganze dann noch mal etwas gezogen hat, wir eine Menge Geld und Nerven in der Zulassungsstelle gelassen haben, steht er jetzt letztendlich in der Garage. Gut sieht er aus. Mehr kann ich noch nicht dazu sagen, ich bin gespannt, wie sich das mit dem Laden anlässt. Heut abend werd ich mich gleich mal in die Anleitung stürzen.
In Zukunft werde ich dann hier so ein bisschen mittracken, was so anfällt. Ladekosten sind ja schwer zu tracken, schwerer als bei einem Verbrenner jedenfalls, weil man die speziell fürs Auto anfallenden Stromkosten schlecht isolieren kann. Aber bei dem momentanen Spritpreis sieht das ganz gut aus. Interessant ist jetzt, wie schnell er an einem kostenlosen öfftl. Ladepunkt läd.
 
Grad hab ich - allerdings in einer Zeitung von vor ein paar Wochen - von einem israelischen Startup gelesen, das an Batterien forscht, die innerhalb von 5min komplett geladen werden können. Klingt vielversprechend. Natürlich bedeutet das stark erhöhten Kühlaufwand, eine enorme Belastung für die elektrischen Systeme (weil eine gewaltige Menge Energie blitzschnell reingedrückt wird), aber das werden die schon im Hinterkopf haben.
Wichtig ist, dass man für das Kabel (bei unserem war eins für die normale Steckdose dabei, ich hab eins gekauft für (die meisten) öfftl. Ladepunkte) auch ein Vorhängeschloss hat - an der Ladesäule werden die während des Ladens verriegelt, aber am Auto nicht. Da muss man es sichern - es gibt da quasi einen Plastikriegel, der entweder den Staubschutzdeckel hält oder sich am Auto einhakt und den kann man damit blockieren. Klar, mit brachialer Gewalt würde man den schon aufkriegen, aber okay.
Worauf ich eigtl. gern verzichtet hätte, ist dieses "Keyless-System", bei dem das Auto den Schlüssel aus kurzer Distanz erkennt - das funktioniert mit RFID und kann, hab ich gelesen, ausgelesen werden - wie jedes RFID-System halt. Man sollte den Schlüssel also bei Nichtbenutzung irgendwo drin haben, wo kein Signal rauskommt. Da hab ich noch keine Idee. Praktisch ist dieses System fraglos - allein, das ist es eben ;-)
Der Spritpreis pendelt momentan so um 1.40 rum, das ist schon krass - im Grunde das richtige Signal.
Der höhere Anschaffungspreis ist ja im Grunde nur eine Verschiebung der Gesamtkosten über einen angenommenen Lebenszyklus - am Anfang mehr, im laufenden Betrieb dann weniger.
Bei dem momentanen Spritpreis würden wir mit dem Touran - 9l/100km angenommen, das kommt hin, wenn er vollbesetzt und vollbeladen ist - ca. €13 auf 100km zahlen. Wir sparen also auf 100km zwischen € 13 (zweimal am kostenlosen öfftl. Ladepunkt) und € 5 (zweimal ganz zuhause geladen). DS € 9 - kann sich sehen lassen. Sind bei angenommenen 10.000km im Jahr € 900,-
Die Ersparnis mit CO2 ist, wenn man nach dem Börsenpreis für eine Tonne geht, noch nicht so gewaltig, aber der Preis soll ja von aktuell € 25 auf € 50 pro Tonne steigen. Muss er, möcht ich meinen, da gibt's keine große Wahl. Damit wären das dann noch mal so € 55 pro Jahr (bei 10.000km Laufleistung).
 
Pfingstsonntag - das Auto hat die erste Langstreckenfahrt absolviert. Wir haben festgestellt, dass der Verbrauch auf der Autobahn (im Verbrenner-Betrieb) nicht so berühmt ist, aber das wussten wir eigentlich schon vorher. Im normalen Hybridbetrieb (auf den er standardmäßig umschaltet, wenn die Fahrbatterie leer ist) fährt er einige Kilometer mit dem Verbrenner, bis für ein paar Kilometer Energie in der Fahrbatterie ist, dann wird wieder zurückgeschaltet auf Elektro, das geht immer so hin und her. Man könnte es unterdrücken, so dass er dann durchgehend mit dem Verbrenner fährt und die Fahrbatterie ganz voll läd. Er hat dann ziemlich frühzeitig gewarnt, dass wir tanken sollten, da war vermutlich noch was drin, aber wir wollten kein unnötiges Risiko eingehen. Im Pegel der Fahrgeräusche haben wir überascht festgestellt, dass man kaum einen Unterschied merken konnte, ob gerade Elektro oder Verbrenner aktiv ist. Sehr angenehm.
Jetzt hängt das Auto hier wieder am Ladekabel. Es ging so gerade ohne Verlängerungskabel, das ist auf jeden Fall besser.
Das Navi kann sicher zu den nächsten Ladesäulen navigieren, aber ich bezweifle, ob er dann unterscheidet zwischen kostenfreien und kostenpflichtigen. Also werde ich Listen mit den kostenlosen Ladepunkten ausdrucken und ins Handschuhfach legen.
 
In der Zwischenzeit befasse ich mich mit der Frage, wie ich am einfachsten eine sinnvolle Liste kostenloser Ladepunkte zusammenstellen könnte.
Da gibt es wohl Apps, die so ähnlich funktionieren wie komoot, wo man diese importieren kann. Aber eins nach dem anderen. Fürs Erste hab ich eine Excel-Liste, wo ich halt Ort für Ort da wo wir hinfahren abschreibe, an welchen Adressen die sich befinden -> die Adressen kann ich ja dann jew. ins Navi eingeben.
Die Blockiergebühren nach 4h Standzeit sind ja lustig - 10Ct. pro Minute, d.h. nach 1h hat man schon € 10 beisammen und da steht "maximal € 12" ;-)
 
Die Privilegien für E-Kennzeichen scheinen in Deutschland ja noch a) ein schrecklicher Flickenteppich und b) insgesamt eher selten zu sein - abgesehen von den speziellen E-Parkplätzen, die es in vielen Städten gibt, oft (aber wohl nicht immer) mit Lademöglichkeit. Das EMoG sieht ja hier eine Reihe von KANN-Regelungen vor, die jede Kommune anwenden KANN - aber die meisten scheinen sich hier vornehm zurückgehalten zu haben, um nicht die aktuelle Wählerschaft zu vergrätzen und sich keine Probleme für später zu schaffen - wenn es eine gewisse Anzahl E-Fahrzeuge gibt, müsste man diese Privilegien ja wieder zurückbauen, was vieleicht dann Wählerstimmen kosten könnte .. Typisch Deutschland möchte man sagen ;-)
 
Jetzt ist die Fernbedienung auch aktiv. Die Möglichkeit, die Standheizung fernzusteuern, wird ja erst im Herbst interessant, wenn es wieder kälter wird. Den Tankvorgang - mal sehen. Da müssen wir jetzt erst mal Routine reinkriegen, wie und wann wir laden. Bei meinen Eltern ist das interessant, die haben noch Tag- und Nachtstrom, da können wir das Laden halt auf die Nachtstunden legen.
 
Mit der Fernbedienung hab ich gleich den ersten Fallstrick entdeckt: Ich hatte nicht dran gedacht, dass, wenn man den Ladevorgang für eine best. Zeit an einem best. Tag einstellt, alle anderen Zeiten ausgeschlossen sind. Also hab ich ihn erst mal wieder gelöscht. Again what learned ;-)
 
Aha - der Outlander hat anscheinend ein rel. schwaches WLAN-Signal und bei uns ist die Garage vom Haus baulich getrennt, da reicht das anscheinend nicht bis ins Haus - ich kann ihn nur ansprechen, wenn ich effektiv in der Garagentür stehe.
Den Sommer über brauchen wir das wohl kaum, da kann ich noch rumprobieren. Im Herbst muss ich dann vieleicht mal einen Repeater in Erwägung ziehen.
 
Eins, worauf man vorher schauen sollte: Bei den öffentlichen Ladepunkten, das ist nicht einfach. Einer hier bei uns ganz in der Nähe ist zwar kostenlos - aber, wie eigtl. da zu lesen gewesen wäre - nur dann, wenn man über eine bestimmte App läd. D.h. die Taktik, einfach eine Karte zu besorgen, mit der man überall laden kann, funktioniert nicht.
Mit der ADAC-Karte, die wir jetzt haben, funktioniert es zwar wohl überall und der Preis dürfte immer derselbe sein, weil das vom Anbieter abhängt, nicht vom Betreiber der Ladesäule, aber auf solche Kleinigkeiten muss man achten.
Jetzt hab ich mir also diese App besorgt und damit scheint es wohl recht einfach zu funktionieren.
 
Die Geräuschkulisse ist bei jedem Auto anders, klar. Geräuschentwicklung unter bestimmten Umständen sind wohl rel. normal, steht auch in der Anleitung. In einem Forum wurde mir das jetzt auch bestätigt, dass es wohl normal ist. Ich würde trotzdem jedem empfehlen, im Zweifel mal in der Werkstatt vorbeizuschauen, die kennen sich aus und können dann mit Sicherheit sagen, ob alles okay ist.
 
Total idiotisch finde ich irgendwie, dass bspw. in Rgb bei den E-Parkplätzen noch dabeisteht "... während des Ladevorgangs", was wohl auch kontrolliert wird - meine Frau hat erzählt, einer hätte da ein Knöllchen bekommen, weil er eben mit E-Kennzeichen da stand, aber ohne zu laden. In anderen Städten gibt es, glaub ich, ähnliche Sachen ... Das unterläuft, find ich, irgendwie den verkehrswende-fördernden Effekt, den das haben soll - zumal die E-Parkplätze wohl in den meisten Fällen ohnehin das einzige Privileg sind, das E-Autos haben ... gut, es ist nachvollziehbar, dass ein E-Auto mit voller Batterie nicht unbedingt diesen Platz blockieren sollte, während andere da hin wollen (würden) - aber noch ist es ja nicht so, dass sich die E-Autos in der Stadt massenhaft tummeln würden ...
 
Die "Blockiergebühren", die man bei manchen Ladekarten zahlt (gut, ich kenn bisher nur die vom ADAC, die funktioniert halt überall) sind recht heftig. 10Ct pro Minute nach Ablauf von 4h, Maximum € 12. Da ist man dann rel. schnell. Kann lohnen, wenn man die Alternativen bedenkt billiger als ein Strafzettel oder manches Parkhaus - aber wenn es nicht sein muss, muss das nicht sein ...
Schwierig find ich nach wie vor den Umgang mit dem Audiosystem, generell mit dem Bordcomputer. Grad in der Anfangsphase muss man ja erst mal die entspr. Routine mit einem neuen Fahrzeug aufbauen, bis man sich zutrauen kann, den Blick mal von der Straße wegzunehmen - modellabhängig, bei unserem müsste man schon zur Seite schauen, weil das auch rel. tief eingesetzt ist.
 
Ich weiß nicht, wo mein Eintrag hin ist, ich hatte hier mal was geschrieben - vermutlich nicht auf "Antworten" gedrückt. Ich find es erfreulich, dass es jetzt allmählich immer mehr E-Autos gibt. Hier in der Gemeinde seh ich jetzt auch mehr rumfahren - natürlich in absoluten Zahlen noch sehr überschaubar. Aber der Bestand erneuert sich allmählich, Ladestellen werden auch mehr - hier in Bayern ist der Zuwachs bislang am stärksten, hab ich grad im Radio gehört - allmählich bildet sich auch ein Gebrauchtmarkt heraus, der freilich momentan noch von der staatlichen Förderung (für Neuwagen) etwas verzerrt wird. Generell werden die Dinger allmählich billiger, irgendwann wird die staatliche Förderung hoffentlich nicht mehr nötig sein, damit E-Autos konkurrenzfähig sind, auch was den Anschaffungspreis angeht. Zuviele Leute schauen augenscheinlich beim Auto nach wie vor hpts. auf den Kaufpreis. Dabei ist das eigentlich der kleinste Teil, hat schon mein Vater gesagt ...
 
Wir sind jedenfalls nach dieser rel. kurzen Zeit sehr zufrieden mit dem Auto. Die elektrische Reichweite ist immer noch bei 50km, manchmal sogar mehr - ich hab allerdings nicht nachgemessen, ob er uns tatsächlich so weit bringt. Das hängt von sehr vielen Faktoren ab.
Der elektrische Antrieb ermöglicht es, auch aus dem Stand, bspw. bei Einmündungen, recht flott loszustarten, so dass man überschaubare Lücken nutzen kann. Ich finde das schon vorteilhaft, wenn man nicht ewig warten muss. An Ampeln ist es auch recht cool, wenn man während der Wartezeit fast nichts verbraucht und die Geräuschkulisse doch etwas drückt.
Bis darauf, dass er im "Charge"-Modus rel. laut ist, haben wir mit dem Motor bislang keine Sperenzchen gehabt. Mal sehen, wie sich das nach einem Jahr darstellt. Ich bin als nächstes gespannt auf die Winterreifen, die werden erstmals etwas teurer.
 
E10 ist so teuer wie nie - ich würde eigentlich erwarten, dass jetzt mehr Leute auf ein E-Auto umsteigen. Es gibt doch sicher genug Leute hier, die sich das auch als Neuwagen - mit der staatlichen Förderung - leisten können. Einen Gebrauchtmarkt gibt es ja auch schon, wenn auch nicht so umfangreich. Wenn man das mal durchrechnet, spart man schon beim normalen Strompreis ganz schön auf 100km. Wenn man wie wir die Möglichkeit hat, in der Nähe irgendwo umsonst zu laden, dann spart man natürlich noch mehr ...
 
Erfreulich - wie ich erwartet hatte, heut steht es im Spiegel: Die Bilanz von E-Autos wird allmählich immer besser, weil der Strommix immer grüner wird, weil es Fortschritte bei der Akku-Produktion gibt etc. Wenn man sich einigermaßen optimistisch vorstellt, was in den nächsten Jahren noch alles kommt während der durchschn. Nutzungsdauer eines Autos ... es gibt da wohl auch ganz günstige Alternativen, dass man ein Auto so vier Jahre hat und dann ein neues nehmen kann irgendwie - ob das jetzt Leasing ist oder was anderes ... wir haben's für uns mal erwogen, uns aber dagegen entschieden. Aber generell - so könnte man den zu erwartenden technischen Fortschritt mitnehmen.
 
So - bedingt durch die Ferien gab es jetzt eine Weile nichts Neues zu berichten. Das Auto läuft ohne Probleme. Inzwischen hab ich mich etwas näher mit dem Thema Winterräder auseinandergesetzt. Die sind aber gar nicht mal so viel teurer als andere, wenn man sie nicht unbedingt beim Händler direkt kaufen will ...
Im Bayerischen Wald ist das schon nicht ganz ohne. Ein paarmal hatten wir da mit dem Touran schon erhebliche Probleme, bei Schnee bergauf ...
Ich denke aber, dass das jetzt nicht so kritisch ist, weil der Outlander durch sein Gewicht und durch den permanenten Allradantrieb (umschaltbare Verteilungs-Modi) schon mal einen deutlichen Vorteil bei Schnee, Eis und Matsch haben dürfte.
Der Anteil an den Neuzulassungen steigt weiter, das ist ja erfreulich. Es ist zu hoffen, dass von den leuten, die sich allmählich frustriert von der Bahn abwenden dürften, zumindest ein Teil den Kauf eines E-Autos erwägt ...
 
Immerhin, die aktuellen Spritpreise sprechen für sich: Bei einem angenommenen Verbrauch von 8l/ 100km (in unserer Größenklasse normal) würden 100km € 12 kosten. Bei unserem Tarif kosten 100km (zweimal volladen an der Steckdose) € 8.50 - beim netto € 0, wenn man von einem DS was abzieht, sparen wir ca. € 6 auf 100km.
 
Mittlerweile ist der Anteil von E-Autos bei Neuzulassungen auf 27,x% gestiegen. Das ist schon ganz ordentlich. Schon faktisch können ja nicht alle auf E-Autos umsteigen, grad in Städten haben ja viele nicht die Möglichkeit, zuhause aufzuladen. Ich hoffe nur, dass das nicht großteils auf Firmen-Pools zurückgeht, wo viele Plugin-Hybride da sind, bei denen bei Rückgabe an den Händler das Ladekabel OVP im Kofferraum liegt ;-)
 
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