1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

Bio- und Ökolandwirtschaft ist mehr als nur gesundes Essen für den Einzelnen

Dieses Thema im Forum "Pflanzenschutz, Flora + Garten" wurde erstellt von Joaquin, 17 Juli 2009.

  1. Joaquin

    Joaquin Administrator Mitarbeiter

    Bei der Ökolandwirtschaft und deren Produkten geht es bei den Vorteilen immer wieder nur um die direkten, unmittelbar messbaren Ergebnisse. Ebenso wie bei der Atompolitik werden die Folgen der industriell geführten Landwirtschaft vernachlässigt.

    So führt man bei der Ökolandwirtschaft immer wieder den teureren Preis und den möglicherweise vorhandenen Mehrwert durch einen besseren Geschmack und ebenso der gesundheitliche Aspekt durch die Einnahme dieser Produkte.

    Sekundär rücken dann die Nutztiere in den Blickpunkt, welche in ökologischen Betrieben eine Art gerechtere Haltung erfahren.

    Erst bei weiterem Hinschauen erweist sich das Gesundheitsargumente für Bio-Lebensmittel und dem Öko-Landbau, dann auch als weitaus tiefer greifend als man eigentlich erwartet, wie zum Beispiel der Schutz des Grundwassers, welcher hier vor dem Eintrag von Pestiziden und Nitraten geschützt ist, ebenso wie der Schutz der Ackerböden vor Erosion und Fruchtbarkeitsverlust.

    Auch verhindert der Biolandbau, dass die Artenvielfalt in Feld und Flur verkommt. Der Biolandbau ist zudem klimaverträglicher als der industrielle Landbau. Auch haben die Arbeiter auf den Feldern erhebliche Vorteile, dass sie nicht dem direkten Kontakt zu den Pestiziden ausgesetzt sind, die gerade noch in zahlreichen Drittweltländern ohne jegliche Rücksicht auf die dortigen Arbeiter im Feld per Sprühnebel und Ackergifte direkt aufgetragen werden, wogegen die Arbeiter und Pflücker ungeschützt im Felde arbeiten, so dass selbst nachfolgende Generationen noch an den Folgen der Gifte zu leiden haben.

    Aber wie es so mit dem Menschen ist, interessiert ihn weniger das Allgemeinwohl, als sein eigenes und so rücken zwar auch Geschmack und Qualität in den Vordergrund, aber vor allem auch der Preis.
     


  2. Erdenkind

    Erdenkind Neues Mitglied

    Genau dies sind meine Beweggründe, mich biologisch zu ernähren!

    Ich kenne viele Leute, die sich weigern, mehr Geld auszugeben, weil die Bio-Produkte auch nicht so viel gesünder sein sollen und sie keinen geschmacklichen Unterschied feststellen können.

    Aber wenn man sich einmal mit dem ganzen Rattenschwanz beschäftigt, der da hinten dran hängt... Wie kann man es dann noch verantworten, konventionell produzierte Produkte zu kaufen? Wir sägen doch damit selbst an dem Ast, auf dem wir sitzen!

    Auch das Preis-Argument kann ich nur zum Teil nachvollziehen. Ich für meinen Teil habe früher Gemüse im Discounter gekauft. Und einen Teil wegwerfen müssen, weil ich die großen Abpackungen als Single gar nicht aufbrauchen konnte (was ging, habe ich eingefroren). Nun zahle ich mehr, kann aber die Ware dafür lose kaufen und kaufe einfach weniger. Und wenn man mehr bezahlt, schätzt man die Dinge auch wieder mehr und überlegt sich zweimal, ob man das jetzt wirklich braucht.

    Und ein weiteres Thema ist, dass man nicht so viel Geld für irgendwelchen Non-Food-Müll ausgibt, wenn man gar nicht erst in diese Läden geht.
     
  3. denkmalnach

    denkmalnach Neues Mitglied

    Es ist doch in der heutigen, mediengesteuerten und finanzregierten Gesellschaft kein Wunder, dass die Idee der ökologischen Landwirtschaft schon wieder gnadenlos komerziell ausgeschlachtet wird. Es treibt mich in den Wahnsinn, dass die gleichen Leute, die sich auf der einen Seite furchtbar über Tierquälerei in der Massentierhaltung aufregen, ein paar Minuten später darüber lamentieren, dass sie die Fleischpreise kaum noch bezahlen können. Solange jeder glaubt, dass es zum täglichen Brot auch noch das tägliche Pfund Fleisch sein muss, solange wird sich garnichts ändern. Es muss wieder dahin kommen, dass die Nahrung wieder den Stellenwert bekommt, der ihr gebührt und andere Belanglosigkeiten müssen in der Hintergrund treten im Bewusstsein der Menschen, dann werden wir irgendwann vielleicht eine Chance haben, unsere Ideen wirkungsvoll umzusetzen. Aber solange werden wir wohl weiterhin als "Ökospinner" belächelt oder verunglimpft werden.
     
  4. Erdenkind

    Erdenkind Neues Mitglied

    Sooo viel besser als in der konventionellen Landwirtschaft ist die Tierhaltung in der Ökolandwirtschaft doch teils auch nicht. Und die Umweltprobleme, die dadurch entstehen, sind wohl ebenfalls nicht kleiner. Da hilft es wirklich nur, konsequent auf Fleisch zu verzichten oder es nur sehr selten zu konsumieren, denn ganz verzichten können wir auf die Tiere zur Landschaftspflege auch wieder nicht.
     
  5. denkmalnach

    denkmalnach Neues Mitglied

    Ich möchte auch gar nicht ganz auf Fleisch verzichten, denn ich esse es sehr gern. Und zwar egal ob Schwein, Rind oder Wild. Ich bin aber auch bereit für artgerechte Tierhaltung den angemessenen Preis zu zahlen. Wenn das alle so sehen würden und dazu noch den Konsum auf ein vernünftiges Maß herunterschrauben würden, hätte sich die Sache mit der Massentierhaltung von allein erledigt.
     
  6. Mutterschaf

    Mutterschaf Neues Mitglied

    Für mich ist ganz klar, ich will Lebensmittel und keine Industrieprodukte essen. Da ich Bio aufgewachsen bin, habe ich arge Problem mit konventionellem Gemüse, das vertrage ich einfach nicht, weil mein Körper zum Glück sich nie an die ganze Chemie konnte. Seit geraumer Zeit achte ich noch mehr darauf, dass die Produkte vernünftig angebaut wurden (es muss nicht immer ein Bio-Lable dran kleben) und Regional sind. Ich verweigere Fleisch und zunehmend auch weitere Tierische Produkte aus der Industiellen Herstellung, verzichten möchten wir (vor allem meine Männer) da aber nicht ganz drauf. Wir sind aber bereit, den Konsum so stark zu reduzieren, dass wir uns die guten Sachen auch leisten können.
    ich weiß, wie mühsam der Bioanbau z.T. ist, aber ich weiß auch, wie toll es ist, mit einem 2jährigen ohne Bedenken übern Aker zu gehen und Gemüse einzusammeln, das er direkt essen kann. Wie toll es ist die Raupen im Kohl und Salat zu finden und zu beobachten, die Hasen etc. auf dem Feld zu sehen und die schönen Blumen am Feldrand - und das gibt's bei der chemie-dominierten Landwirtschaft nicht.
    Ich seh die extreme Explusion des Produktangebotes auch in den Discauntern ziemlich skeptisch, denn für diese Massen muss auch wieder in Massen produziert werden und da kommen dann auch wieder schwarze Schafe ins Geschäft. Ich bin für regionales, vernünftig angebautes. Ich kaufe z.B. gern bei einem Geflügelstand auf dem Markt, die nicht explizit Bio sind, weil die Bauern die Aufnahme in einen der Verbände bisher schäuen, die aber ihre Tiere artgerecht halten und Füttern und wo man auch mal am Wochenende hinfahren könnte um es sich anzusehen. Das macht für mich einen wesentlichen Unterschied zu der industriellen Produktion!

    jetzt hab ich viel wirrwar geschrieb, aber hoffentlich meinen Gedankenansatz deutlich
     
  7. Irgendeindepp

    Irgendeindepp Gesperrt

    Bio ist bloss ein Label, dass die Leute beruhigen soll, und die Muetter und die armen Kinder. Auch wenn weniger Chemie eingesetzt wird heisst das noch lange nicht, dass die Produkte in irgendeiner weise naturfreundlich waeren. Diese werden in Monokulturen angepflanzt von der selben Industrie mit den selben Werkzeugen und Methoden wie der non-bio food. Es ist bloss fuer die Oberschicht die genug Geld hat um sich gesuender zu ernaehren. Fuer die Monokulturen werden Okosysteme weltweit systematisch vernichtet und das heisst nunmal Naturvernichtung pur. Es ist die direkte Quelle der Naturvernichtung. Also wenn man wirklich etwas tun wuerde wuerde man den verdammten Papst abknallen, damit dieser nicht weiter die Ueberbevoelkerung herbeifuehrt. Und dann auf ganzheitliche Anbaumethoden achten, wo kein Erdoel und Monokulturen eingesetzt werden. Wieso sagt das hier niemand, ganz einfach, weil die Industrie und Regierung alles kontrolliert.
     
Die Seite wird geladen...